Qualitätsmanagement für Obst und Gemüse

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Starke Pigmentierung von Blutorangen in diesem Jahr

Die kalten Temperaturen der letzten Wochen in Süditalien hatten einen entscheidenden Vorteil für Blutorangen: Das Fruchtfleisch ist sehr schön rot ausgefärbt. Optisch etwas  befremdlich ist zwar für manchen, dass auch die Schale oftmals auch eine Rotfärbung aufweist. Dies ist jedoch kein Mangel, aber auch kein Hinweis darauf, dass das  Fruchtfleisch eine kräftige Ausfärbung aufweist.

 

Im letzten Jahr um die gleiche Zeit fielen Blutorangen auf, die diese typische rote Färbung  des Fruchtfleisches nicht aufwiesen. Grund ist die Großwetterlage in den Anbaugebieten. Pigmentierte Apfelsinensorten (Moro, Tarocco) benötigen neben einer besonderen  genetischen Konstitution einen Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht von  mindestens 6-7°C, um auszufärben - je größer dieser Temperatursprung ist, desto besser  wird die Färbung des Fruchtfleisches. Da es in der letzten Saison im Gegensatz zur  laufenden in Süditalien bis weit in den Dezember hinein noch warme Nächte gab, erreichten die Früchte zwar einen zufriedenstellenden Brixgehalt aber es bildeten sich nicht die  erwünschten rötlichen Anthocyan-Pigmente.


Der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht ist generell bei vielen Früchten für  deren charakteristische Ausfärbung verantwortlich. Meist spielt dabei das Reifehormon  Ethen (Ethylen) eine große Rolle, welches unter Kältestress vermehrt gebildet wird.

 

Bildquelle: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

 

 

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